Leuchtmittel Recycling
Leuchtmittel sorgen in Wohnungen, Büros und Unternehmen täglich für Licht. Dazu gehören unter anderem LED-Lampen, Glühbirnen, Halogenlampen, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren.
Nach dem Ende ihrer Lebensdauer enthalten viele Leuchtmittel weiterhin verwertbare Materialien wie Glas, Aluminium, Stahl, Messing und elektronische Bauteile. Bestimmte ältere Leuchtmittel enthalten zusätzlich Stoffe, die kontrolliert behandelt werden müssen.
Mit Recollect musst du ausgediente Leuchtmittel nicht selbst zu einer Sammelstelle bringen. Du gibst sie vorsichtig und unbeschädigt gemeinsam mit deinen anderen akzeptierten Wertstoffen in den Recollect-Sammelsack. Nach der Abholung werden die verschiedenen Materialien durch unsere Recyclingpartner professionell sortiert und den geeigneten Recycling- und Verwertungsprozessen zugeführt.
Warum ist Leuchtmittel-Recycling wichtig?
Leuchtmittel bestehen je nach Technik aus unterschiedlichen Materialien. Neben Glas und Metall können sie Kunststoffe, elektronische Bauteile, Halbleiter und Leuchtstoffe enthalten.
Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen können geringe Mengen Quecksilber enthalten. Dieser Stoff muss in spezialisierten Anlagen kontrolliert vom übrigen Material getrennt und sicher behandelt werden.
LED-Lampen enthalten zwar normalerweise kein Quecksilber, bestehen aber aus elektronischen Komponenten sowie wertvollen Metallen und gehören deshalb ebenfalls in einen fachgerechten Recyclingprozess.
Leuchtmittel-Recycling hilft dabei:
- Glas und Metalle zurückzugewinnen
- elektronische Bestandteile fachgerecht zu verarbeiten
- Schadstoffe kontrolliert zu entfernen
- natürliche Rohstoffe zu schonen
- Umweltbelastungen zu vermeiden
- vorhandene Materialien länger im Kreislauf zu halten
In der Schweiz werden ausgediente LED-Lampen, Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren sowie Hoch- und Niederdrucklampen über spezialisierte Rücknahme- und Recyclingsysteme verarbeitet.
Welche Arten von Leuchtmitteln gibt es?
Leuchtmittel unterscheiden sich deutlich in ihrer Technik, Zusammensetzung und Verarbeitung.
LED-Lampen
LED steht für „Light Emitting Diode“, auf Deutsch Leuchtdiode. LEDs erzeugen Licht mithilfe von Halbleitern und benötigen im Vergleich zu älteren Leuchtmitteln wenig Strom.
Sie besitzen in der Regel eine lange Lebensdauer und können aus Glas, Kunststoff, Aluminium, Stahl, Kupfer, Leiterplatten und elektronischen Bauteilen bestehen.
Nach der Sortierung gelangen LED-Lampen in einen ähnlichen Recyclingprozess wie andere kleine Elektro- und Elektronikgeräte.
Leuchtstoffröhren
Leuchtstoffröhren werden umgangssprachlich häufig als Neonröhren bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich bei den meisten dieser Röhren um Leuchtstofflampen.
Sie bestehen hauptsächlich aus Glas, Metallteilen und einer Leuchtstoffbeschichtung. Zudem können sie Quecksilber enthalten. Deshalb müssen sie besonders vorsichtig transportiert und in spezialisierten Anlagen verarbeitet werden.
Energiesparlampen
Energiesparlampen sind kompakte Leuchtstofflampen. Sie funktionieren technisch ähnlich wie Leuchtstoffröhren und können ebenfalls Quecksilber enthalten.
Bei der Verarbeitung werden Glas, Metall und Leuchtstoffpulver voneinander getrennt. Das Quecksilber wird dabei kontrolliert aufgefangen oder sicher gebunden.
Halogenlampen
Halogenlampen sind eine weiterentwickelte Form der klassischen Glühlampe. Sie erzeugen Licht durch einen erhitzten Glühdraht und enthalten keine elektronische Steuerung wie eine LED-Lampe.
Sie bestehen unter anderem aus Glas, Metall und einem Glühdraht.
Klassische Glühbirnen
Bei einer klassischen Glühbirne wird ein dünner Metalldraht so stark erhitzt, dass er Licht erzeugt.
Glühbirnen besitzen einen vergleichsweise einfachen Aufbau aus Glas und Metall. Sie enthalten jedoch nur kleine Mengen verwertbarer Materialien und werden in spezialisierten Leuchtmittelsammlungen häufig von den übrigen Lampentypen getrennt.
Was passiert nach der Abholung?
Nach der Abholung werden die Recollect-Sammelsäcke zu einem spezialisierten Sortierbetrieb transportiert.
Dort werden die Leuchtmittel zunächst von den anderen gesammelten Wertstoffen getrennt. Anschliessend erfolgt eine Sortierung nach Leuchtmittelart, Bauform und Verarbeitungsweg.
Diese Trennung ist besonders wichtig, weil LED-Lampen anders aufgebaut sind als Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen.
Nicht stabförmige Leuchtmittel werden teilweise von Hand sortiert. LED-Lampen gelangen anschliessend in einen Recyclingprozess für Elektro- und Elektronikgeräte. Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und spezielle Entladungslampen werden in Anlagen verarbeitet, die für den kontrollierten Umgang mit Leuchtstoffen und Quecksilber ausgerüstet sind.
Wie werden Leuchtmittel recycelt?
Der genaue Prozess richtet sich nach der Art und Zusammensetzung des Leuchtmittels.
1. Sortierung nach Leuchtmittelart
Zuerst werden die verschiedenen Lampentypen voneinander getrennt.
Dabei wird unter anderem unterschieden zwischen:
- LED-Lampen
- Leuchtstoffröhren
- Energiesparlampen
- Entladungslampen
- Halogenlampen
- klassischen Glühbirnen
Eine genaue Sortierung stellt sicher, dass jedes Leuchtmittel dem geeigneten Verarbeitungsprozess zugeführt wird.
2. Manuelle Kontrolle
Die Leuchtmittel werden auf Fremdmaterialien, Verpackungen und mögliche Beschädigungen kontrolliert.
Bestimmte Lampentypen werden von Hand vorsortiert. Dadurch können unterschiedliche Formen und Technologien zuverlässiger erkannt werden.
3. Geschützte Zerkleinerung
Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen werden in geschlossenen Anlagen mechanisch zerkleinert.
Die Verarbeitung erfolgt teilweise unter Unterdruck. So wird verhindert, dass quecksilberhaltige Dämpfe oder Leuchtstoffpulver unkontrolliert in die Umgebung gelangen.
LED-Lampen und andere elektronische Leuchtmittel werden ebenfalls zerlegt oder geschreddert, damit sich die einzelnen Materialien voneinander trennen lassen.
4. Entfernung von Leuchtstoffen und Quecksilber
Bei Leuchtstofflampen wird die innere Leuchtstoffbeschichtung vom Glas und den übrigen Bestandteilen getrennt.
Je nach Anlage geschieht dies trocken oder mit nasschemischen Verfahren. Quecksilberhaltige Dämpfe werden abgesaugt und beispielsweise in Aktivkohlefiltern gebunden.
Die verbleibenden schadstoffhaltigen Rückstände werden kontrolliert behandelt und sicher gelagert.
5. Trennung von Glas und Metallen
Nach der Entfernung problematischer Stoffe werden Glas und Metall mechanisch voneinander getrennt.
Für die Trennung können unter anderem folgende Verfahren eingesetzt werden:
- Siebe
- Magnete
- Wirbelstromabscheider
- Luftströmungen
- Dichtetrennung
- optische Sensoren
Eisenhaltige Metalle lassen sich mit Magneten entfernen. Aluminium, Messing, Kupfer und weitere Nichteisenmetalle benötigen zusätzliche Sortierverfahren.
6. Verarbeitung von LED-Lampen
LED-Lampen enthalten elektronische Bauteile und werden deshalb ähnlich wie kleine Elektrogeräte verarbeitet.
Nach der Zerkleinerung werden Metalle, Kunststoffe, Glas und Leiterplatten getrennt. Dabei können unter anderem Aluminium, Kupfer, Eisen und weitere Metalle zurückgewonnen werden.
Nicht alle Bestandteile einer LED-Lampe lassen sich heute vollständig stofflich verwerten. Die geeigneten Materialien werden recycelt, während verbleibende Reststoffe kontrolliert behandelt werden.
7. Aufbereitung zu Sekundärrohstoffen
Die getrennten Glas- und Metallfraktionen werden gereinigt und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.
Metalle können eingeschmolzen und zu neuen Metallprodukten verarbeitet werden. Das zurückgewonnene Glas kann je nach Qualität beispielsweise als Rohstoff für Glaswolle oder andere Bauprodukte eingesetzt werden.
Was entsteht aus recycelten Leuchtmitteln?
Aus den verwertbaren Bestandteilen ausgedienter Leuchtmittel können verschiedene neue Produkte entstehen.
Dazu gehören unter anderem:
- Glaswolle und Dämmmaterialien
- Aluminiumprodukte
- Stahlprodukte
- Kupferbauteile und Kabel
- Metallgehäuse
- technische Kunststoffprodukte
- Komponenten für Elektrogeräte
- Bau- und Industrieprodukte
Das Glas aus Leuchtstofflampen wird nicht zwingend wieder zu einer neuen Lampe. Je nach Qualität und Aufbereitung kann es beispielsweise bei der Herstellung von Glaswolle eingesetzt werden.
Zurückgewonnene Metalle gelangen in den allgemeinen Metallkreislauf und können für Fahrzeuge, Maschinen, Gebäude, Kabel oder neue Elektroprodukte verwendet werden.
Warum müssen Leuchtmittel vorsichtig behandelt werden?
Viele Leuchtmittel bestehen zu einem grossen Teil aus dünnem Glas. Sie können deshalb bei Stössen oder starkem Druck zerbrechen.
Bei LED- und Glühlampen besteht dabei vor allem Verletzungsgefahr durch Glasscherben. Bei Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen kann zusätzlich eine geringe Menge Quecksilber freigesetzt werden.
Leuchtmittel sollten deshalb möglichst unbeschädigt in den Recollect-Sammelsack gegeben werden. Eine vorhandene kleine Originalverpackung oder ein anderer geeigneter Schutz kann helfen, Glasbruch während der Sammlung zu vermeiden.
Bei einer zerbrochenen Energiesparlampe sollte der Raum zunächst gut gelüftet werden. Die Scherben und das Leuchtstoffpulver werden vorsichtig aufgenommen, ohne einen Staubsauger zu verwenden. Das Material sollte luftdicht verpackt und fachgerecht weitergegeben werden.
Wie wird das Leuchtmittel-Recycling finanziert?
Das Recycling vieler Leuchtmittel wird in der Schweiz über einen vorgezogenen Recyclingbeitrag finanziert.
Dieser Beitrag wird bereits beim Kauf eines neuen Leuchtmittels erhoben. Damit werden unter anderem folgende Leistungen finanziert:
- Sammlung
- Transport
- Sortierung
- sichere Schadstoffentfernung
- mechanische Verarbeitung
- stoffliche Verwertung
- kontrollierte Entsorgung der Reststoffe
Das Rücknahmesystem wird in der Schweiz insbesondere durch SENS eRecycling organisiert.
Leuchtmittel-Recycling einfach erklärt
Leuchtmittel bestehen je nach Technik aus Glas, Metall, Kunststoff, elektronischen Bauteilen und Leuchtstoffen.
Nach der Abholung werden sie professionell nach Lampentyp sortiert. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen werden in geschlossenen Anlagen verarbeitet, damit enthaltenes Quecksilber kontrolliert entfernt werden kann.
LED-Lampen gelangen in einen ähnlichen Recyclingprozess wie andere kleine Elektrogeräte. Dabei werden Glas, Metalle, Kunststoffe und elektronische Bestandteile voneinander getrennt.
Aus den zurückgewonnenen Materialien können unter anderem Dämmstoffe, Metallprodukte, Kabel und technische Bauteile entstehen.
Mit Recollect musst du ausgediente Leuchtmittel nicht selbst zu einer Sammelstelle bringen. Du gibst sie vorsichtig und unbeschädigt gemeinsam mit deinen anderen akzeptierten Wertstoffen in den Recollect-Sammelsack.
Nach der Abholung sorgen unsere Partner für die professionelle Sortierung und die Weiterleitung an geeignete Recyclingbetriebe.
So wird Leuchtmittel-Recycling für dich einfach und wertvolle Materialien können sicher in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden.