Elektronik Recycling

Elektronische Geräte begleiten uns täglich. Smartphones, Computerzubehör, kleine Küchengeräte, Kabel, Ladegeräte, Kameras und viele weitere Produkte erleichtern unseren Alltag. Sobald sie nicht mehr funktionieren oder nicht mehr benötigt werden, enthalten sie dennoch zahlreiche wertvolle Materialien.

Mit Recollect musst du kleine Elektro- und Elektronikgeräte nicht selbst zu einer Sammelstelle bringen. Du gibst sie einfach gemeinsam mit deinen anderen akzeptierten Wertstoffen in den Recollect-Sammelsack. Nach der Abholung werden die verschiedenen Materialien durch unsere Recyclingpartner professionell sortiert und geeigneten Recyclingprozessen zugeführt.

Diese Seite bezieht sich auf kleinere Elektro- und Elektronikgeräte. Grosse Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Geschirrspüler werden als Weisswaren bezeichnet und können im Fachhandel kostenlos retourniert werden.

Warum ist Elektronik-Recycling wichtig?

Elektronische Geräte bestehen aus vielen unterschiedlichen Materialien. Dazu gehören Eisen, Stahl, Aluminium, Kupfer, Kunststoffe, Glas, Leiterplatten und verschiedene technische Bauteile.

In kleinen Mengen können zudem wertvolle Metalle wie Gold, Silber, Palladium und weitere seltene oder technisch wichtige Rohstoffe enthalten sein. Gleichzeitig können bestimmte ältere Geräte und Bauteile Stoffe enthalten, die nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen dürfen.

Elektronik-Recycling hilft dabei:

  • wertvolle Metalle zurückzugewinnen
  • natürliche Rohstoffvorkommen zu schonen
  • Schadstoffe kontrolliert zu entfernen
  • Kunststoffe und Glas weiterzuverwerten
  • Abfallmengen zu reduzieren
  • Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten

Elektro- und Elektronikgeräte dürfen in der Schweiz nicht über den gewöhnlichen Hauskehricht entsorgt werden. Sie werden über spezialisierte Rücknahme- und Recyclingsysteme verarbeitet.

Welche Geräte zählen zur Elektronik?

Zu den kleinen Elektro- und Elektronikgeräten gehören zahlreiche Produkte aus Haushalt, Büro, Freizeit und Unterhaltung.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Mobiltelefone und Smartphones
  • Tablets und kleine Computer
  • Tastaturen und Computermäuse
  • Kopfhörer und Lautsprecher
  • Ladegeräte und Netzteile
  • Kabel und Adapter
  • Router und Modems
  • Kameras
  • Fernbedienungen
  • Spielekonsolen und Controller
  • Taschenrechner
  • elektrische Zahnbürsten
  • Rasierer und Haarschneidegeräte
  • kleine Küchengeräte
  • elektrische Spielzeuge
  • Mess- und Kleingeräte
  • weitere Geräte mit Kabel, Stecker, Batterie oder Akku

Grundsätzlich zählen Produkte zur Elektronik, wenn sie für ihre Funktion Strom aus einer Steckdose, einer Batterie oder einem Akku benötigen. Auch Zubehör wie Ladekabel kann dem Elektronik-Recycling zugeführt werden.

Was passiert nach der Abholung?

Nach der Abholung werden die Recollect-Sammelsäcke zu einem spezialisierten Sortierbetrieb transportiert.

Dort werden die Elektro- und Elektronikgeräte zunächst von den anderen Wertstoffen getrennt. Anschliessend werden sie nach Geräteart, Grösse, Bauweise und weiterem Verarbeitungsweg sortiert.

Die Fachbetriebe prüfen, welche Geräte oder Bauteile zuerst manuell zerlegt und von schadstoffhaltigen Komponenten befreit werden müssen. Andere Geräte können nach einer Vorprüfung direkt für die mechanische Aufbereitung vorbereitet werden.

Die sogenannte Schadstoffentfrachtung ist ein wichtiger Bestandteil des Elektronik-Recyclings. Dabei werden problematische Bauteile kontrolliert entfernt, bevor das restliche Gerät zerkleinert wird. Dadurch werden Umwelt- und Gesundheitsrisiken reduziert und die verwertbaren Materialien bleiben möglichst sauber.

Wie wird Elektronik recycelt?

Der genaue Ablauf hängt von der Art, dem Alter und der Bauweise des Geräts ab. Grundsätzlich durchlaufen ausgediente Elektro- und Elektronikgeräte mehrere Verarbeitungsschritte.

1. Sortierung und Vorprüfung

Zuerst werden die Geräte nach Kategorien und Verarbeitungsanforderungen sortiert.

Dabei wird entschieden, welche Geräte manuell geöffnet oder demontiert werden müssen und welche direkt in eine mechanische Aufbereitungsanlage gelangen können.

Geräte mit Akkus, Displays, Leiterplatten oder anderen besonderen Bauteilen können zusätzliche Verarbeitungsschritte benötigen.

2. Entfernung von Akkus und Schadstoffen

Vor der maschinellen Zerkleinerung werden Batterien, Akkus und schadstoffhaltige Komponenten nach Möglichkeit aus den Geräten entfernt.

Dazu können je nach Gerät beispielsweise bestimmte Kondensatoren, Leuchtmittel, Displays oder weitere technische Bauteile gehören.

Die entfernten Komponenten werden getrennt gesammelt und an spezialisierte Fachbetriebe weitergeleitet. Schadstoffe werden dort kontrolliert behandelt, zerstört oder sicher entsorgt.

3. Manuelle Demontage

Bestimmte Geräte werden von Fachpersonen teilweise oder vollständig auseinandergenommen.

Dabei können wiederverwendbare oder besonders wertvolle Bestandteile gezielt entfernt werden, beispielsweise:

  • Leiterplatten
  • Kabel
  • Kupferspulen
  • Motoren
  • Metallgehäuse
  • Netzteile
  • Displays
  • Festplatten
  • Akkus

Die manuelle Demontage erleichtert die anschliessende Trennung und verhindert, dass problematische Bauteile gemeinsam mit den übrigen Materialien zerkleinert werden.

4. Mechanische Zerkleinerung

Die vorbereiteten Geräte oder Geräteteile werden mit Schreddern, Rotorscheren oder Mühlen zerkleinert.

Dadurch werden die miteinander verbundenen Materialien aufgeschlossen. Aus einem vollständigen Gerät entsteht ein Gemisch aus Metall-, Kunststoff-, Glas- und Leiterplattenteilen.

Die Grösse der zerkleinerten Teile hängt vom Gerät und vom vorgesehenen Trennverfahren ab.

5. Trennung der Materialien

Nach der Zerkleinerung werden die verschiedenen Materialien mit mehreren Verfahren voneinander getrennt.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Magnete für Eisen und Stahl
  • Wirbelstromabscheider für Aluminium und weitere Nichteisenmetalle
  • Siebe für unterschiedliche Teilchengrössen
  • Luftströmungen für leichte Materialien
  • Sensoren zur Materialerkennung
  • Dichtetrennverfahren
  • manuelle Qualitätskontrollen

Durch diese Kombination entstehen möglichst reine Materialfraktionen aus Eisenmetallen, Nichteisenmetallen, Kunststoffen, Glas und weiteren Bestandteilen.

6. Aufbereitung der Metalle

Eisen, Stahl, Aluminium, Kupfer und weitere Metalle werden an spezialisierte Metallbetriebe weitergeleitet.

Dort werden sie gereinigt, eingeschmolzen und zu neuen Ausgangsmaterialien verarbeitet. Daraus entstehen beispielsweise Metallbarren, Bleche, Drähte oder Profile.

Besonders Leiterplatten und Kabel können wertvolle Metalle enthalten. Ihre Aufbereitung erfolgt deshalb in spezialisierten Anlagen.

7. Verarbeitung von Kunststoffen und Glas

Auch Kunststoff- und Glasbestandteile werden nach Möglichkeit sortiert und aufbereitet.

Die Kunststoffverwertung ist jedoch anspruchsvoll, weil Elektronikgehäuse aus unterschiedlichen Kunststoffarten bestehen und teilweise Flammschutzmittel oder andere Zusatzstoffe enthalten. Nicht jede Kunststofffraktion eignet sich deshalb für eine stoffliche Wiederverwertung.

Swiss Recycle berichtet, dass bei Elektronikgeräten derzeit nur ein Teil der zurückgewonnenen Kunststoffe stofflich verwertet werden kann. Ungeeignete Fraktionen werden kontrolliert energetisch verwertet.

8. Rückführung in den Rohstoffkreislauf

Nach der Sortierung und Aufbereitung liegen die verwertbaren Materialien möglichst sortenrein vor.

Eisenmetalle, Nichteisenmetalle, Kunststoffe und weitere Rohstoffe können anschliessend für die Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden.

Damit werden aus alten Elektrogeräten neue Sekundärrohstoffe, die einen Teil der neu gewonnenen Rohstoffe ersetzen können.

Was entsteht aus recycelter Elektronik?

Aus den zurückgewonnenen Materialien können zahlreiche neue Produkte hergestellt werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • neue Elektro- und Elektronikgeräte
  • Kabel und elektrische Leitungen
  • Metallgehäuse
  • Fahrzeugteile
  • Werkzeuge
  • Maschinenbauteile
  • Aluminium- und Stahlprodukte
  • Kunststoffgehäuse
  • Rohre und Bauprodukte
  • Glasprodukte
  • technische Komponenten
  • neue Leiterplatten und elektronische Bauteile

Ein altes Gerät wird dabei nicht zwingend wieder zum gleichen Produkt. Ein Teil des zurückgewonnenen Kupfers kann beispielsweise für neue Kabel verwendet werden, während Aluminium und Stahl in Fahrzeugen, Maschinen oder Gebäuden eingesetzt werden.

Entscheidend ist, dass die enthaltenen Rohstoffe zurückgewonnen und erneut verwendet werden.

Welche Rohstoffe stecken in elektronischen Geräten?

Die Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Gerät deutlich.

In elektronischen Geräten können unter anderem folgende Materialien enthalten sein:

Eisen und Stahl

Diese Metalle werden für Gehäuse, Halterungen, Schrauben und mechanische Bauteile verwendet. Sie lassen sich mithilfe von Magneten gut aus dem zerkleinerten Material entfernen.

Aluminium

Aluminium findet sich beispielsweise in Gehäusen, Kühlkörpern und Rahmen. Das leichte Metall kann nach der Sortierung eingeschmolzen und erneut verarbeitet werden.

Kupfer

Kupfer wird für Kabel, Leiterbahnen, Spulen, Motoren und Kontakte benötigt. Aufgrund seiner sehr guten elektrischen Leitfähigkeit ist es einer der wichtigsten Rohstoffe elektronischer Geräte.

Edelmetalle

Leiterplatten, Kontakte und einzelne elektronische Bauteile können kleine Mengen Gold, Silber oder Palladium enthalten.

Obwohl die Mengen pro Gerät gering sind, können sie bei der Verarbeitung grosser Gerätemengen gezielt zurückgewonnen werden.

Kunststoffe

Kunststoffe werden für Gehäuse, Isolierungen, Kabelummantelungen und zahlreiche innere Bauteile verwendet.

Da verschiedene Kunststoffarten und Zusatzstoffe enthalten sein können, ist ihre hochwertige Wiederverwertung technisch anspruchsvoller als das Recycling vieler Metalle.

Glas

Glas befindet sich beispielsweise in Displays, Bildschirmen und optischen Bauteilen. Je nach Zusammensetzung wird es getrennt aufbereitet oder einem spezialisierten Verwertungsweg zugeführt.

Wiederverwenden oder recyceln?

Nicht jedes nicht mehr benötigte Elektronikgerät ist bereits am Ende seiner Lebensdauer.

Funktionierende Geräte können teilweise weitergegeben, verkauft, repariert oder professionell wiederaufbereitet werden. Dadurch bleibt das gesamte Produkt länger in Gebrauch und es müssen nicht sofort neue Geräte hergestellt werden.

Eine Wiederverwendung ist jedoch nur sinnvoll, wenn das Gerät:

  • sicher funktioniert
  • technisch noch nutzbar ist
  • keine erheblichen Schäden aufweist
  • fachgerecht geprüft oder repariert werden kann
  • tatsächlich weiterverwendet wird

Ist eine weitere Nutzung nicht mehr sinnvoll oder möglich, sorgt das fachgerechte Recycling dafür, dass möglichst viele Materialien zurückgewonnen werden.

Warum ist die professionelle Verarbeitung so wichtig?

Elektro- und Elektronikgeräte bestehen aus komplexen Materialkombinationen. Wertvolle Rohstoffe und problematische Bestandteile können sich direkt nebeneinander befinden.

Eine unsachgemässe Zerkleinerung kann Schadstoffe freisetzen, Akkus beschädigen oder verwertbare Materialfraktionen verunreinigen.

Die professionelle Verarbeitung sorgt deshalb dafür, dass:

  • Geräte fachgerecht vorsortiert werden
  • Batterien und Akkus kontrolliert entfernt werden
  • schadstoffhaltige Komponenten separat behandelt werden
  • wertvolle Metalle zurückgewonnen werden
  • unterschiedliche Materialien möglichst sauber getrennt werden
  • nicht verwertbare Bestandteile sicher behandelt werden

In der Schweiz übernehmen insbesondere die Systeme SENS eRecycling und Swico Recycling die Organisation und Finanzierung der fachgerechten Rücknahme und Verarbeitung vieler Elektro- und Elektronikgeräte.

Elektronik-Recycling in der Schweiz

Die Rücknahme von Elektro- und Elektronikgeräten wird in der Schweiz durch den vorgezogenen Recyclingbeitrag finanziert. Dieser Beitrag ist bei vielen Geräten bereits im Verkaufspreis enthalten.

Damit werden unter anderem folgende Leistungen finanziert:

  • Sammlung
  • Transport
  • Sortierung
  • Schadstoffentfernung
  • Demontage
  • mechanische Verarbeitung
  • Recycling
  • Qualitätskontrolle

Im Jahr 2025 verarbeiteten die Recyclingpartner von SENS und Swico zusammen mehr als 144’000 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte. Dabei wurden Wertstoffe zurückgewonnen und schadstoffhaltige Bestandteile fachgerecht behandelt.

Elektronik-Recycling einfach erklärt

Elektronische Geräte enthalten wertvolle Metalle, Kunststoffe, Glas und zahlreiche technische Bauteile. Gleichzeitig können Akkus und schadstoffhaltige Komponenten enthalten sein, die besonders sorgfältig behandelt werden müssen.

Nach der Abholung werden die Geräte professionell aussortiert und geprüft. Batterien, Akkus und problematische Bauteile werden entfernt. Anschliessend werden die Geräte zerlegt oder zerkleinert und die verschiedenen Materialien mit Magneten, Sensoren, Sieben und weiteren Verfahren voneinander getrennt.

Aus den zurückgewonnenen Metallen, Kunststoffen und weiteren Materialien können neue Geräte, Kabel, Fahrzeugteile, Maschinenkomponenten und zahlreiche andere Produkte entstehen.

Mit Recollect musst du kleine Elektro- und Elektronikgeräte nicht selbst zu einer Sammelstelle bringen. Du gibst sie gemeinsam mit deinen anderen akzeptierten Wertstoffen in den Recollect-Sammelsack. Nach der Abholung sorgen unsere Partner für die professionelle Sortierung und die Weiterleitung an geeignete Recyclingbetriebe.

So wird Elektronik-Recycling für dich einfach und wertvolle Rohstoffe können wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt werden.