Kleinmetall Recycling

Metalle werden aus natürlichen Rohstoffen gewonnen, die durch Bergbau aus der Erde gefördert werden müssen. Die Gewinnung und Verarbeitung von Erzen benötigt viel Energie und kann erhebliche Auswirkungen auf Landschaft, Wasser und Umwelt verursachen.

Werden vorhandene Metalle recycelt, müssen weniger neue Rohstoffe abgebaut und verarbeitet werden. Das Einschmelzen von Metallschrott spart gegenüber der Gewinnung aus Erzen Ressourcen und Energie.

Kleinmetall-Recycling hilft dabei:

  • natürliche Rohstoffvorkommen zu schonen
  • den Energieverbrauch zu reduzieren
  • wertvolle Metalle zurückzugewinnen
  • Abfallmengen zu verringern
  • den Bedarf an neu gewonnenen Erzen zu reduzieren
  • Metalle möglichst lange im Kreislauf zu halten

Ein grosser Vorteil von Metallen ist ihre gute Wiederverwertbarkeit. Viele Metallarten können wiederholt eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden. Dabei gehen im Vergleich zu vielen anderen Materialien nur geringe Mengen des Rohstoffs verloren.

Welche Arten von Kleinmetallen gibt es?

Kleinmetalle können aus unterschiedlichen Metallarten und Legierungen bestehen. Eine Legierung ist eine Mischung aus mehreren Metallen, durch die bestimmte Eigenschaften wie Härte, Korrosionsbeständigkeit oder Verformbarkeit verbessert werden.

Grundsätzlich wird zwischen Eisenmetallen und Nichteisenmetallen unterschieden.

Eisen und Stahl

Eisen und Stahl gehören zu den am häufigsten verwendeten Metallen. Sie werden unter anderem für Schrauben, Nägel, Werkzeuge, Beschläge, Federn und zahlreiche Haushaltsgegenstände eingesetzt.

Eisenhaltige Metalle sind in der Regel magnetisch. Dadurch lassen sie sich in Sortieranlagen vergleichsweise einfach mithilfe von Magnetabscheidern erkennen und von anderen Materialien trennen.

Edelstahl

Edelstahl ist eine besonders widerstandsfähige Stahllegierung. Je nach Zusammensetzung enthält er neben Eisen beispielsweise Chrom, Nickel oder Molybdän.

Edelstahl wird häufig für Besteck, Küchenutensilien, Werkzeuge, Schrauben und technische Bauteile verwendet. Nicht jede Edelstahlsorte reagiert gleich stark auf Magnete, weshalb zusätzliche Sortierverfahren erforderlich sein können.

Aluminium

Aluminium ist ein leichtes und gut formbares Metall. Es wird unter anderem für kleine Gehäuse, Verschlüsse, Beschläge und verschiedene Haushaltsgegenstände eingesetzt.

Da Aluminium nicht magnetisch ist, wird es mit anderen Verfahren von Eisen und Stahl getrennt.

Kupfer

Kupfer ist besonders gut leitfähig und wird deshalb häufig für Kabel, Leitungen, Rohre und elektrische Bauteile verwendet.

Aufgrund seines Rohstoffwerts ist Kupfer ein gefragtes Recyclingmaterial. Nach einer sorgfältigen Sortierung kann es eingeschmolzen und erneut für Kabel, Rohre und technische Anwendungen eingesetzt werden.

Messing

Messing ist eine Legierung, die hauptsächlich aus Kupfer und Zink besteht. Das Material wird beispielsweise für Armaturen, Schlüssel, Verschlüsse, Beschläge und dekorative Gegenstände verwendet.

Auch Messing lässt sich nach der Sortierung einschmelzen und als Rohstoff für neue Metallprodukte nutzen.

Zink und Zinn

Zink wird häufig als Schutzschicht eingesetzt, um Stahl vor Korrosion zu schützen. Zinn findet sich beispielsweise in Legierungen und als sehr dünne Beschichtung auf Stahlblech.

Bei geeigneten Recyclingverfahren können diese Metalle ebenfalls zurückgewonnen und erneut verwendet werden.

Was passiert nach der Abholung?

Nach der Abholung werden die Recollect-Sammelsäcke zu einem spezialisierten Sortierbetrieb transportiert.

Dort werden Kleinmetalle zunächst von den anderen Wertstoffen getrennt. Anschliessend werden sie nach Metallart, Zusammensetzung, Grösse und Qualität sortiert.

Für die Trennung kommen je nach Anlage verschiedene technische Verfahren zum Einsatz:

  • Magnete zur Erkennung von Eisen und Stahl
  • Wirbelstromabscheider für bestimmte Nichteisenmetalle
  • Sensoren zur Materialerkennung
  • Dichtetrennung
  • mechanische Sortierverfahren
  • manuelle Qualitätskontrollen

Bei der industriellen Aufbereitung werden Eisen- und Nichteisenmetalle zunächst grob voneinander getrennt. Gemischte Metallteile können danach zerkleinert werden, damit anhaftende Kunststoffe oder andere Materialien entfernt und die enthaltenen Metalle genauer sortiert werden können.

Die aufbereiteten Metallfraktionen werden anschliessend an Stahlwerke, Giessereien oder spezialisierte Metallhütten weitergeleitet.

Wie werden Kleinmetalle recycelt?

Der genaue Recyclingprozess hängt davon ab, aus welchem Metall oder welcher Legierung ein Gegenstand besteht. Grundsätzlich durchlaufen Kleinmetalle mehrere Verarbeitungsschritte.

1. Aussortierung

Zuerst werden die metallischen Gegenstände aus dem gemischten Wertstoffstrom entfernt.

Grössere oder gut erkennbare Metallteile können mechanisch oder manuell aussortiert werden. Kleinere Metallteile werden häufig mithilfe automatisierter Sortieranlagen erkannt.

2. Trennung von Eisenmetallen

Eisen und viele Stahlsorten können durch starke Magnete aus dem Materialstrom herausgezogen werden.

Dadurch entsteht eine eigene Fraktion aus Eisen- und Stahlschrott, die später in einem Stahlwerk weiterverarbeitet werden kann.

3. Trennung der Nichteisenmetalle

Nach der Entfernung der magnetischen Metalle bleiben unter anderem Aluminium, Kupfer, Messing, Zink und weitere Nichteisenmetalle zurück.

Diese werden durch Wirbelstromabscheider, Sensoren, Dichteunterschiede und weitere technische Verfahren voneinander getrennt. Da die Anforderungen an verschiedene Nichteisenmetalle unterschiedlich sind, können mehrere Sortier- und Aufbereitungsschritte notwendig sein.

4. Zerkleinerung

Gemischte oder zusammengesetzte Metallgegenstände werden bei Bedarf geschreddert.

Durch die Zerkleinerung lassen sich einzelne Metallbestandteile besser voneinander trennen. Gleichzeitig können anhaftende Kunststoffe, Holz, Gummi oder andere Materialien entfernt werden.

5. Reinigung und Qualitätskontrolle

Die sortierten Metallfraktionen werden von verbleibenden Fremdstoffen befreit und auf ihre Qualität geprüft.

Eine möglichst reine Metallfraktion ist wichtig, weil unterschiedliche Metalle und Legierungen nicht beliebig miteinander vermischt werden können. Ihre Zusammensetzung beeinflusst die Eigenschaften des späteren Recyclingmaterials.

6. Einschmelzen

Die aufbereiteten Metalle werden in Stahlwerken, Giessereien oder Metallhütten eingeschmolzen.

Die benötigte Temperatur hängt von der jeweiligen Metallart ab. Aluminium schmilzt beispielsweise bereits bei rund 660 Grad Celsius, während Eisen und Stahl deutlich höhere Temperaturen benötigen.

Beim Schmelzen können weitere Verunreinigungen entfernt und die gewünschte Metallzusammensetzung eingestellt werden.

7. Giessen zu neuen Ausgangsmaterialien

Das flüssige Metall wird anschliessend in neue Formen gegossen.

Dabei entstehen beispielsweise:

  • Metallbarren
  • Stahlblöcke
  • Bleche
  • Stangen
  • Drähte
  • Profile
  • andere Halbfabrikate

Diese Ausgangsmaterialien werden danach von Industriebetrieben zu neuen Produkten weiterverarbeitet.

Was entsteht aus recycelten Kleinmetallen?

Aus fachgerecht sortierten und aufbereiteten Kleinmetallen können zahlreiche neue Produkte entstehen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Schrauben und Nägel
  • Werkzeuge
  • Drähte und Kabel
  • Rohre
  • Bleche und Metallprofile
  • Haushaltsgegenstände
  • Kochgeschirr
  • Bauteile für Fahrzeuge
  • Maschinenkomponenten
  • Armierungsstahl
  • Beschläge und Verbindungselemente
  • neue Verpackungen
  • technische Metallprodukte

Aus recyceltem Stahl können beispielsweise Drähte, Werkzeuge, Rohre, Fahrzeugbleche und neue Stahlprodukte hergestellt werden. Zurückgewonnenes Zinn kann unter anderem erneut als Lötmetall eingesetzt werden.

Ein alter Metallgegenstand wird dabei nicht zwingend wieder zum gleichen Produkt. Entscheidend ist, dass das enthaltene Metall zurückgewonnen und als Sekundärrohstoff erneut genutzt wird.

Warum ist die genaue Sortierung so wichtig?

Metalle können sehr unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Stahl, Aluminium, Kupfer und Messing unterscheiden sich beispielsweise hinsichtlich Gewicht, Schmelztemperatur, Leitfähigkeit und Festigkeit.

Auch Legierungen müssen möglichst genau erkannt werden. Eine falsche Metallmischung kann dazu führen, dass das neu hergestellte Material nicht die benötigten Eigenschaften erreicht.

Die professionelle Sortierung sorgt deshalb dafür, dass:

  • Eisenmetalle von Nichteisenmetallen getrennt werden
  • hochwertige Metalle möglichst rein zurückgewonnen werden
  • unterschiedliche Legierungen passend verarbeitet werden
  • nichtmetallische Bestandteile entfernt werden
  • geeignete Metallfraktionen an spezialisierte Betriebe gelangen

Nicht alle metallurgischen Verarbeitungsschritte finden in der Schweiz statt. Wenn geeignete Anlagen für bestimmte Nichteisenmetalle fehlen, kann die weitere Verwertung auch in spezialisierten Betrieben im Ausland erfolgen.

Für dich bleibt die Sammlung trotzdem einfach: Du musst Kleinmetalle weder mit einem Magneten prüfen noch nach Metallart sortieren.

Kleinmetall-Recycling einfach erklärt

Kleinmetalle bestehen unter anderem aus Eisen, Stahl, Aluminium, Kupfer, Messing, Zink oder verschiedenen Legierungen.

Nach der Abholung werden die metallischen Gegenstände professionell aussortiert. Magnete trennen Eisen und Stahl, während weitere Verfahren zur Erkennung und Trennung der Nichteisenmetalle eingesetzt werden.

Anschliessend werden die Metalle bei Bedarf zerkleinert, gereinigt und eingeschmolzen. Aus dem zurückgewonnenen Rohstoff entstehen neue Bleche, Drähte, Werkzeuge, Bauteile und viele weitere Metallprodukte.

Mit Recollect musst du Kleinmetalle nicht nach Metallart trennen. Du gibst deine Wertstoffe gemeinsam in den Recollect-Sammelsack. Nach der Abholung sorgen unsere Partner für die professionelle Sortierung und die Weiterleitung an geeignete Recyclingbetriebe.

So wird Metall-Recycling für dich einfach und wertvolle Rohstoffe können immer wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt werden.